So fing alles an:...
I n den siebziger Jahren, als Kunststoffskis auf den Markt kamen, die man nicht
mehr zu wachsen brauchte, entstand überall ein enormer Aufschwung im
Schilanglauf. So auch in Elsenborn, denn die Winter in diesen Jahren waren sehr
schneereich.
Im Staatswald " Stellerholz" traf sich regelmäßig
eine Gruppe Loipenfans, die Förster Manfred Langer beim Wildfüttern
half. Nach jedem Neuschnee mußte die Piste von Futterraufe zu Futterraufe
mühselig wieder "aufgelaufen" werden, was manchmal sehr
schweißtreibend war. Nach der 8- km- Schleife an der
Arbeiterschutzhütte angekommen, wurde erst einmal der Oberkörper mit
Schnee eingerieben, dann ging es im vorgeheizten Innern zum gemütlichen
Teil über. Hier wurde manch gesellige und gemütliche Stunde
verbracht, denen man heute noch mit ein wenig Wehmut nachtrauert.
Anfangs
waren dabei: Walter Gentges, Robert Groß, Michel Kratz, Hugo Langer,
Engelbert Langer, Otto Mackels und Manfred Langer. Später gesellten sich
immer mehr Leute dazu. Ein erster " Freundesschiklub" war gebildet!
Zur
Abwechslung führten die Schiwanderungen der Gruppe des öfteren auch
über den Truppenübungsplatz bis hin zum Rocherather Wald. Eines Tages
stießen die Schifreunde auf eine maschinell gezogene Loipe; alle
Teilnehmer waren von der neuentdeckten Spur hellauf begeistert. Wie angenehm
lief es sich auf dieser Trasse! Der Wunsch nach einem eigenen Loipengerät
wurde wach, Beratungen wurden angestellt, wie man eine solche Maschine
anschaffen und finanzieren könnte. Vielleicht mit der Unterstützung
des Sportamtes der Deutschsprachigen Gemeinschaft?
Auf der
"Herzeböschversammlung" vom 26. Februar 1980 hatte Manfred Langer
angeregt, einen Schiklub zu gründen. Dies sollte eine vorbeugende
Maßnahme sein, da damit zu rechnen war, dass von anderer Seite solche
Klubs gegründet werden oder schon bestehende fremde Klubs sich in unserer
Gegend einnisten könnten. Gespräche mit ADEPS, RDK und
Forstverwaltung bestätigten dies. Anfang März 1980 wurden Erich
Groß, Geschäftsführer, und Manfred Langer, Kassierer der "GoE
Herzebösch", von Sportinspektor Ortmannn in Eupen empfangen, um
Subsidienanträge für das im Bau befindliche Sport- und Kulturzentrum
zu besprechen.
Hier kam selbstverständlich auch der " Schiklub" zur
Sprache, und der Wunsch nach einem eigenen Pistengerät wurde
erörtert.
Sportinspektor Ortmann zeigte sich sehr erfreut über
das Entstehen eines neuen Schiklubs in unserem Gebiet und lud seine
Gesprächpartner sogleich zu einer Versammlung ein, die die Gründung
eines Ostbelgischen Schi- und Wintersportverbandes ( OSWV) einleiten sollte.
Bei diesem Treffen erfuhr man, dass nur eingetragene Vereine finanzielle
Zulagen seitens des RDK erhalten können. Man war also gezwungen, einen
offiziellen Schiklub zu gründen ( mit Statuten, Vorstand usw.), um in den
Genuss einer eigenen Loipenmaschine zu kommen.
Da in dieser für das
Dorf Elsenborn wichtigen Zeit viele Hände beim Aufbau des Sport- und
Kulturzentrums anpackten, war es sehr schwierig, Leute zu finden, die noch Zeit
und Lust besaßen, die Gründung eines Schiklubs anzugehen.
Daher
regten Erich Groß und Manfred Langer an, dass der Verwaltungsrat von
Herzebösch als eingetragener Verein in Zukunft zusätzlich die
Aufgaben eines Schiklubs wahrnehmen sollte. Dieser Vorschlag wurde auf der
Versammlung vom 26. Februar einstimmig angenommen. Nun war der "Schiklub
Herzebösch" geboren. Dieser Beschluss wurde dem Sportamt noch in derselben
Woche mitgeteilt.
Auch die ADEPS zeigte großes Interesse an dem
neuen Klub, aber mehr noch interessierte der Standort des Sport- und
Kulturzentrums, denn die ADEPS beabsichtigte, in unserer Gegend neue Skizentren
einzurichten. Für die Eröffnung des Schizentrums und den
späteren Verleih stellte die ADEPS 15 Paar, das Sportamt 45 Paar Ski zur
Verfügung.
Viele Einheimische waren anfangs sehr skeptisch und wenig
begeistert von dem Vorhaben Herzeböschs. Walter Dahmen, damals
Schriftführer, und Manfred Langer verteilten am 14.03.1980 ein
Rundschreiben an alle Haushalte, um die Dorfbewohner und Vereinsmitglieder von
der Notwendigkeit einer eigenen Wintersportstätte zu überzeugen.
Es gab aber auch noch genügend Optimisten, die bereits wenige Monate
später mit der Planung und der Vorbereitung der Schipisten begannen.
Am 28. November war es soweit: Es schneite! Und dieser Schnee sollte bis zum 9.
März 1981 liegen bleiben. Einen besseren Start konnte man sich nicht
wünschen, gab es doch neben einer hohen Schneelage zwei kalte aber sonnige
Wintermonate (Januar und Februar).
Einige der anfangs genannten Schifreunde
liefen jeden Morgen, manchmal auch zweimal täglich ins Gelände, um
die Loipen "aufzulaufen", was oftmals sehr schwierig war, besonders bei
Schneegestöber und Schneeverwehungen. Es muss an dieser Stelle
erwähnt werden, dass die Eröffnung eines Schizentrums ohne den
täglichen Einsatz dieser Loipenleger unmöglich gewesen wäre.
Im Keller von Herzebösch musste am Eröffnungstag noch fleißig
gearbeitet, die letzten Karren Dreck herausgefahren und eine provisorische
Theke aufgestellt werden, als die ersten Schihasen bereits eintrafen; am ersten
Tag waren es deren allerdings nur neun! Doch das sollte sich bald ändern.
Alles verlief viel besser als erwartet, und nach einigen Wochen war die
Nachfrage so groß, dass neues Material angeschafft werden musste ( Schi,
Schuhe, Stöcke usw.).
Wie üblich, wenn eine Sache sich gut
entwickelt, gibt es auch schnell Neider, so auch bei einem Teil der
fleißigen Helfer. Einige Sportler vom "Freundesschiklub" wollten einen
selbstständigen Verein gründen und als Gegenleistung für ihren
Einsatz an den Einnahmen beteiligt werden, die andern, die Mehrheit der Gruppe
wollte allerdings nur für Herzebösch arbeiten. Da das
Wintergeschäft rosige Zeiten vorausahnen ließ, bekräftigte der
Verwaltungsrat des Sport- und Kulturzentrums seinen Beschluss, sich auch
weiterhin mit dem Schiklub zu identifizieren. Diese Entscheidung bot den
Vorteil, dass der Schiklub zum einen organisatorisch unabhängig agieren
konnte, zum andern alle Einnahmen direkt in die Herzeböschkasse flossen
.
Um als Sportverein nicht nur auf dem Papier zu stehen, erfolgte ein
Aufruf des Verwaltungsrates an die Bevölkerung. Im einem Rundschreiben vom
21.09.1980 wurden Langläufer und andere Interessenten gebeten, sich dem
Schiklub Elsenborn anzuschließen. Auch nach außen hin wollte der
Verein Präsenz und Stärke zeigen. Unter anderem wollte man bei
Sportinspektor Ortmann ein gutes Bild abgeben, da man in Zukunft noch
öfters mit ihm verhandeln musste zwecks Erhalt von weiteren Subsidien
für die Gesamtinfrastruktur von Herzebösch.
Ein gutes Dutzend
aktive Sportler folgten dem Aufruf. Sie vertraten den Schiklub Elsenborn bei
den anstehenden belgischen Meisterschaften und den verschiedenen
Volksläufen wie "La Fagnarde", " Traversée des Fagnes", "
Fagnalopet", Ski-Run, "Warche-Ski-Tour" und "Weywertzer Halbmarathon". Es wurde
beschlossen, diese Sportler finanziell zu unterstützen. Dieser Beschluss
wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt regelmäßig bestätigt..
Im
Jahre 1981, kurz nach dem Entstehen des Vereins, wurde ebenfalls der regionale
Dachverband (OSWV) offiziell aus der Taufe gehoben. Mitgründer dieses
Verbandes und Vertreter des Schiklubs Herzebösch ist bis heute Manfred
Langer.
Im zweiten Winter erhielt der Schiklub die langersehnte
Pistenmaschine, den "Argo", ein achträdriges, schwimmfähiges
Allzweckfahrzeug mit Kettenzusatz und Loipengerät. Leider war die Freude
nur von kurzer Dauer, denn das Gerät war sehr anfällig und fiel oft
in Panne. Im darauf folgenden Winter wurde es gegen einen Schibob
eingetauscht.
Der Ansturm auf die Pisten steigerte sich zusehends. Neben
kleineren Zuwendungen an Schimaterial seitens der ADEPS und des Sportamtes
musste Herzebösch noch vieles hinzukaufen. Heute besitzt das Sportzentrum fast tausend Paar Schier.
Das Geschäft florierte: nach sechs Winterperioden konnte
Herzebösch neben verschiedenen Anschaffungen wie Küche, Theke,
Vorhäuschen am Kellereingang usw., alle seine Schulden tilgen. Mit der
Unterstützung vieler freiwilliger Helfer wurde bereits im ersten Jahr eine
belgische Meisterschaft auf den Loipen von Herzebösch ausgetragen, im
zweiten Jahr sogar der Volkslauf "Traversée des Fagnes" gemeinsam mit
der Ligue Francophone du ski organisiert. Da aber an diesem Tag des 07.02.82,
kein Schnee lag, wurde das Rennen in einen Crosshalbmarathon umgewandelt.
Sieger wurde Frederik Vandervennet.
Im Jahre 1983 wurde, wiederum mit einer
Riesenschar von Helfern, die Eifel-.Ski-Tour ins Leben gerufen. Dieser Lauf
konnte zweimal stattfinden, und zwar am 20.02.83 und am 06.01.85 jeweils bei
sehr kalter Witterung (- 27°). Sieger der ersten E-S-T wurde Jean Mathy aus
Malmédy, beim zweiten Wettstreit konnte sich Christian Taechl vom TV
Höfen den Lorbeerkranz umhängen.
Als die nächsten
Winterzeiten immer kürzer und schneeärmer wurden, beschloss der
Verwaltungsrat, keine größeren Veranstaltungen mehr zu organisieren,
da während der kurzen Schneeperioden Zentrum und Pisten überfordert
waren. Im Jahre 1988 verkaufte man für 150.000 BF die Eifel-Ski-Tour samt
allen Pokalen und Medaillen an den TV Rocherath.
Herzeböschs
Schiathleten entwickelten sich sehr fortschrittlich. Ab 1993 führte Ewald
Langer mit den jüngeren Sportlern vor und während der Wintersaison
regelmäßig ein Konditionstraining durch. Neben einigen nationalen
Meistern in den Jugend- und Schülerklassen stellte der Schiklub
Herzebösch mit Thorsten Langer 1999 erstmalig einen belgischen Meister (30
km klassisch) in der Seniorenklasse.
Indessen gab es im Jahre 1999 im
Verwaltungsrat Differenzen bezüglich der Stellung des Schiklubs innerhalb
der Organisation Herzebösch. Schließlich wurde vereinbart, den
Schiklub von der Herzebösch-Verwaltung loszulösen.
Im Jahre 2001 wurde
der " Skiclub Elsenborn" offiziell unabhängig und erhielt den gleichen
Status wie alle andern an Herzebösch angeschlossenen Vereine. |